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Der Club im Echo der Presse





Bericht in der MHZ vom 23.3.2002

MÜNCHBERGER FOTOCLUB FEIERTE 50. GEBURTSTAG

Aus dem Alltäglichen Kunst zaubern

Im Bürgerzentrum ist noch bis 5. April eine Werkschau der besten Arbeiten zu sehen

Armierungsgitter
Armierungsgitter beim Ausbau der A9 bei Münchberg, gesehen und fotografiert von Ottmar Hertrich.
Seit 50 Jahren gibt es mittlerweile den Münchberger Fotoclub. Grund genug, im Bürgerzentrum eine große Werkschau zu präsentieren.
MÜNCHBERG - Diese Tür hat auch schon mal bessere Tage gesehen. Überall blättert die Farbe ab. Wer weiß, vielleicht hat sie schon jahrelang niemand mehr geöffnet. Und doch bleibt die Tür nicht unbeachtet. Auf Papier gebannt ist die Nahaufnahme der abblätternden Farbe, eine der 70 Fotografien, die derzeit im Bürgerzentrum zu sehen sind. Anlass für die außergewöhnliche Werkschau ist das 50. Jubiläum des Fotoclubs Münchberg.
Es war am 13. März 1952, als August Jahreiß zum ersten Vorsitzenden des Fotoclubs gewählt wurde. Das Datum war der Beginn eines außergewöhnlichen kreativen Schaffens der verschiedensten Menschen, die sich dem gemeinsamen Hobby Fotografie verschrieben haben. Bereits fünf Jahre nach der Gründung veranstalteten die Fotofreunde ihre erste große Ausstellung unter dem Motto ,,Sehen - Fotografieren''. Dieses Motto ist für die Bescheidenheit vieler Fotoamateure typisch. Wer die Ausstellung im Bürgerzentrum betrachtet, merkt schnell, dass es durchaus verschiedene Arten gibt, die Welt wahrzunehmen. Wer beachtet schon das bizarre Geflecht von Holunderbeerästen? Wie eine abstrakte Malerei wirken die schwarzen Beeren an den roten Ästen. An sich ein alltägliches Motiv - mit den Augen eines Fotografen gesehen und technisch brillant umgesetzt, allerdings ein kleines Kunstwerk.
Erstaunlich, welch schier unendliche Vielfalt an Motiven der Alltag und die Natur bereithalten. Mancher hätte sich sicherlich geärgert, wenn er über die zwei ausgelöffelten Melonenhälften gestolpert wäre. Ein Fotograf ver wandelt diese Szene in kleine Kunst. Auch die Architekturaufnahmen oder die von Details aus dem Arbeitsleben lassen den Betrachter die Welt mit anderen Augen wahrnehmen. Und genau das wollen die Münchberger Fotokünstler erreichen.
Aber nicht nur auf ein geschultes Auge, auch auf das Beherrschen der Technik haben die Münchberger Fotoamateure immer Wert gelegt. Klar, die 70 Werke bestechen durch perfekte Belichtung und - so gewollt - satte Tiefenschärfe. Manch einer der Fotografen experimentiert über die Möglichkeiten der Kamera hinaus mit Infrarot-Filmen, die den Aufnahmen eine zauberhafte Atmosphäre verleihen oder mit Farbtönen, die bei der Entwicklung zugegeben werden. Getönte Bilder - in der Ausstellung Stillleben mit Äpfeln, Birnen oder Maiskolben - wirken ganz wie gemalt.
Die Jubilare
Vorsitzender Ottmar Hertrich (rechts) ehrte treue Mitglieder, von links: Siegfried Gottesmann, Max Müller, Wieland Seiferth, Karl Wehrfritz und Albert Haselhuhn.

Nach Jahreiß übernahmen Willy Seiferth, Helmut Schwantner und seit 1976 Ottmar Hertrich die Führung des Fotoclubs. Zusammen mit den Mitgliedern gebaren sie Ideen und Werke, die jedem professionellen Fotografen zur Ehre gereichen würden. Die Münchberger Fotofreunde blieben aber in all den 50 Jahren seit Clubbestehen bescheiden. Sie freuten sich darüber, dass sie ihre Fotos in der ehemaligen Stadtbücherei in der Torgasse ausstellen durften. Mittlerweile nutzen sie auch das Internet und präsentieren ihren Club und einige Aufnahmen unter fotoclub.muenchberg.de weltweit.
Wie es sich für eine Jubiläumsfeier gehört, ehrte Ottmar Hertrich verdiente Mitglieder. Seit der Club-Gründung dabei sind Albert Haselhuhn und Karl Wehrfritz. 25 Jahre gehören dem Club Siegfried Gottesmann, Max Müller und Wieland Seiferth an.

MATTHIAS BÄUMLER
Die Jubiläumsausstellung des Foto-Clubs Münchberg ist noch bis zum 5. April im Bürgerzentrum zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr und Sonntag von 16 bis 18 Uhr.

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